Sailor book:ed

Erlangens junges Literaturfestival
Literatur und Musik bei euch zu Hause
13. & 14. November 2026

Elf Lesungen im besonderen Rahmen, sechs mitreißende Konzerte und die besten Locations für ein Literaturfestival, die man sich wünschen kann: Sailor book:ed verwandelt im Namen des Mondes mehrere Wohnungen und besondere Orte in ganz Erlangen in die büchervernarrteste WG des Landes.

Statt Wasserglas und Sakko erwartet euch entspannte Wohnzimmeratmosphäre: Getränk in der Hand, aufs Sofa gefläzt, erlebt ihr bei Sailor book:ed in diesem Jahr Bestsellerautor:innen und aufregende neue Stimmen der Gegenwartsliteratur. Ihr zappt euch mit uns vom Nordseestrand zum Prinzenbad, schnürt die Turnschuhe für die Endzeit, blickt zur Sonnenfinsternis, erlebt magische Freundschaften inklusive Diddlmäusen, steigt hinters Lenkrad von Lastwagen und erntet Austern. Hört sich nach Abwechslung an, oder?

Und weil Literatur und Musik bei book:ed das beste Team im Kampf gegen dunkle Mächte abgeben, dürft ihr euch auf intime Hauskonzerte quer durch die Genres Soul, Indie-Pop und Techno freuen.

Unsere diesjährige Ausgabe haben wir unter das Motto »Sailor book:ed« gestellt, inspiriert von den kurzweiligen Nachmittagen unserer Kindheit zwischen Mondstein, Kamehameha und Meisterball. Wenn Worte zu Funken werden und sich Magie entfaltet. Zieht mit uns an zwei Tagen durch Erlangen, entdeckt eure neuen Lieblingsbücher und taucht ein in die Geschichten der Gegenwart.

Das komplette Programm findet ihr unten. Folgt uns auf Facebook und Instagram für Updates.

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Zu unseren früheren Ausgaben und den Festivalmovies: book:ed Flux (2025) / book:ed Arcade (2024) / book:ed Sprizz (2023) / book:ed 2022 / book:ed Apéro (2021)

Programm

Raststation Bebop | Freitag, 13.11., 18:00–20:00 Uhr

Foto: © Susanne Schleyer

Mit 16 Jahren lernte Domenico Müllensiefen (*1987 in Magdeburg) bei der Deutschen Telekomund arbeitete anschließend als Techniker. Ab 2011 Studium und Master am Deutschen Literaturinstitut und freiberuflicher Schriftsteller in Leipzig. In seinem neuen Roman »Manchmal muss man sich entscheiden« gilt: Anschnallen, bitte! Wir begleiten LKW-Fahrerin Sandra bei einem Roadmovie durch Deutschland und ihre Zweifel. Inklusive Rastplatzromantik, dubiosen Frachten und einem Ex-Knacki. Abfahrt bei der Lesung im ersten Slot unseres diesjährigen Festivals.

Tamara Stajner

Foto: © Heribert Corn Zsolnay

Tamara Štajner (*1987 in Novo Mesto, Slowenien) ist Bratschistin und Schriftstellerin. 2024 gewann sie den Lyrikpreis Meran, beim Ingeborg-Bachmann-Preis wurde ein Auszug aus »Luft nach unten« mit dem Kelag-Preis ausgezeichnet – und preiswürdig wird auch ihre Lesung bei book:ed. In dem Roman geht es um eine intensive wie berührende Reise in die Vergangenheit. Iva kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, um das von ihr geliebte Kindermädchen zu beerdigen. Doch bei der Beerdigung entdeckt sie auf dem Grabstein einen zweiten Namen und kommt so einem Familiengeheimnis auf die Spur. Ein Buch über das Mutter- und Tochtersein. Und das perfekte Doppel für unseren Auftakt.

Foto: © privat

War Lukas Münich zuletzt noch unter windigen Pseudonymen selbst als Autor (Titanic, Zeit Magazin) zugange, betreibt er heute hauptsächlich zusammen mit Andii Weber das Literaturmagazin »Eisenbart und Meisendraht« auf Radio Z, bei dem er monatlich Autor:innen dazu nötigt, Texte zu relevanten Themen (z.B. Heimat, Haare, Husten) zu verfassen. Er organisiert und moderiert die in Nürnberg beheimatete unabhängige Lesereihe »ROY – Literarisches bei Schnaps« und die Podcast-Lesebühne Radio Bernstein. Beim überregional besprochenen Literaturfestival »ULF« im Z-Bau war Lukas Münich für Koordination und Ablauf zuständig.

MUSIKALISCHE BEGLEITUNG

Foto: © privat

Die Nürnberger Künstlerin Onida vereint in ihrem Sound Alternative R&B, experimentelle Electronica und urbanen Pop – was an Erykah Badu oder SZA denken lässt. Allerdings bewies Onida zuletzt, dass sie keinerlei Referenzen nötig hat. Auf »Blue Light Nights« erschafft sie mit ihrer Stimme eine eingängige wie eigene Atmosphäre, die das Album zu einem eigenen kleinen Kosmos machen. Wer mitgenommen werden will: In unserem ersten Slot bitten wir mit der gebotenen Lässigkeit zum Kopfnicken und Tanzen für diesen Sound.

Mila Remix | Freitag, 13.11., 21:00–23:00 Uhr

Foto: © Paul Schwenn

Özge İnan (*1997 in Berlin) wurde während ihres Jurastudiums online mit politischen Kurztexten bekannt, wie ihr Verlag schreibt. Heute arbeitet sie als Journalistin und Autorin. Ihr zweiter Roman »Die Dichterin« handelt von Macht und Intrigen in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie: Die Öffentlichkeit liebt die Dichterin Emma Rodenstock. Sie ist das Gesicht bei Debatten über Klassismus und Privilegien. Bis die Journalistin Nazanin Esfahani auf Unstimmigkeiten in Rodenstocks Geschichte stößt. Bald taucht eine zweite Lyrikerin auf, die Rodenstocks Texte geschrieben haben will. Packend abgeliefert. Mal wieder. Und bei book:ed dann live in einer der schönsten Locations in Erlangen.

Foto: © Jonas Hoeschl

Sein Großvater prophezeite Stefan Sommer (*1989 in Reutlingen), dass aus ihm später nur ein Pfarrer oder Schauspieler werden könne. Etwas in der Art ist es dann auch geworden: Sommer arbeitet für die SZ und den BR, schreibt Reportagen und schaffte es mit seinem zweiten Roman »Partypeople« auf die Shortlist für den deutschen Popliteraturpreis 2026. Aus dem Buch liest Sommer bei uns und nimmt das Publikum mit zu den Rich Kids und Tech Bros in die Welt des großen Geldes. An der Seite eines Techno-DJs geht es zu Privatpartys, Designerdrogen und der Leere hinter alldem. Ganz so pompös wird es in dem Slot nicht, aber wir versprechen beste literarische Aufputschmittel, um die Welt danach mit anderen Augen zu sehn.

Foto: © Moonymane

Lisa Neher hat Design mit Schwerpunkt auf Typografie und Text studiert, aber sie kann niemals nur eine Sache machen. Seit 2015 arbeitet sie als Buchhändlerin (Buchhandlung Jakob) in Nürnberg, wo sie auch lebt, schreibt, moderiert und in breitem Spektrum veranstaltet. Von Musik über Literatur bis zur Ausstellung: everything, everywhere all at once.

MUSIKALISCHE BEGLEITUNG

Foto: © MichelleGruenFotografie

Rap, der sich einen Kopf macht: Mordrake gehört zu den spannendsten Künstlern des Genres derzeit und wir freuen uns, dass er den Sound für unseren ersten Festivalabend liefert. Mit seinem aktuellen Album »Den Boomern ein Buhmann« bringt er die aktuelle Stimmung im Land auf den Punkt. Ob ein Abgesang wie »Doomsday« oder ein klassischer Kopfnickerbeat wie »Zirkelzug«, Mordrake bringt Dinge auf den Punkt, verbindet, was zusammengedacht gehört, und trägt eine klare Haltung vor sich her.

Astro Baby | Samstag, 14.11., 15:30–17:30 Uhr

Foto: © Heike Steinweg

Christian Dittloff (*1983 in Hamburg) ist Schriftsteller und unterrichtet Kreatives Schreiben. Vor der Veröffentlichung seines Debütromans »Das Weiße Schloss« 2018 arbeitete er in einer Psychiatrie, als Kulturjournalist sowie als Experte für Kulturmarketing. Mit seinem vierten Roman »Das Leichteste der Welt« schickt er Ivo zurück in die zwei prägenden Sommer seiner Jugend: mit seiner ersten großen Liebe Karla, seinen besten Freunden Demian und Selma – und einem Baby, das während der letzten Sonnenfinsternis 1999 in seinen Armen schläft. Er begegnet dessen Mutter Karla im Zeltlager an der Ostsee: Sie ist klug, unberechenbar, ihm immer einen Schritt voraus – und schwanger. Präziser als in diesem Buch wurde der Sound der 90er nie eingefangen. Ohne Klischee, ohne Nostalgie. Bewegt. Und deshalb genau richtig für book:ed.

Foto: © Neven Allgeier

Ubin Eoh (*1987 in Berlin-Kreuzberg) ist Autorin, Journalistin und Podcasterin. In ihrem Debütroman »Honey & Blondie« geht es um eben jene Honey und jene Blondie. Beide wachsen in den 90ern auf in Berlin-Kreuzberg auf, zwischen Freibad und Diddlmäusen. Seit frühen Kindheitstagen verbindet sie eine geheime Superpower: Wenn eine von beiden extreme Angst hat – Zittern, Schwitzen, Herzklopfen bis zum Hals – dann spürt die andere plötzlich dieselben Symptome, egal, wo sie gerade ist. Eine Freundschaft, die magisch ist, weil die beiden durch die radikalste Stufe der Empathie buchstäblich in die Haut der anderen schlüpfen können. Als Blondie schwer erkrankt, ist Honey entschlossen, ihre Freundin zu retten – egal zu welchem Preis. Voller Witz und Wärme erzählt Ubin Eoh von einer Freundschaft, die man nie wieder vergisst. Ein Superheldinnenfilm als Roman. Und mit Cola-Krachern!

Foto: © Silviu Guiman

Andreas Thamm hat in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studiert. Lebt als Journalist, Autor und Suppenkoch in Nürnberg. Texte erschienen in: taz, ZON, SPON, Fluter, etc. Bei Magellan erschienen die Jugendromane »Heldenhaft« und »Wenn man so will, waren es die Aliens«. Andreas Thamm ist Kulturförderpreisträger und Arbeitsstipendiat des Freistaats Bayern 2020 und Kulturpreisträger der Stadt Nürnberg 2021.

MUSIKALISCHE BEGLEITUNG

Foto: © privat

Ehekrach vermelden als Vita auf Bandcamp unbescheiden: two-piece indie artist from Germany. Was auch stimmt, aber so viel weglässt. Denn Ehekrach haben zwar erst ein paar Singles und eine EP rausgebracht, mit »Work Crush« (inklusive Tastentippen als Intro) verbuchen sie allerdings bereits einen formidablen Sommerhit für sich. Wer also Lust auf einen entspannten Mix aus Indie und Pop hat, darf hier einem Geheimtipp dabei zuhören, wie er sich ein großes Publikum erspielt.

Ranma Apnoe | Samstag, 14.11., 18:30–20:30 Uhr

Foto: © Annika Dürrmann

Celine Edinger (*1998 in München) arbeitet als Kuratorin und Redakteurin im Bereich der Erwachsenenbildung. Auf Instagram ist sie als queere Autorin und Feministin aktiv. In ihrem Debütroman »Die Austernfischerin« erzählt sie sinnlich und bildstark von Intimität und Tabubruch: Lydia verbringt ihren Urlaub im Haus der Mutter ihres Freunds Hendrick an der dänischen Nordseeküste. Elna gilt als schroff wie die See. Als Hendrick erfährt, dass er durch eine Prüfung gefallen ist und lernen muss, ist Lydia auf sich gestellt. Elnas Einladung, ihr bei der Austern-Ernte zu helfen, nimmt sie zögernd an, und nähert sich auf den kargen Sandbänken einer Seite Elnas, die nur die wenigsten zu kennen scheinen. Vorsichtig erkundet Lydia eine zarte Zuneigung zu der unnahbar wirkenden Frau, während Hendrick sich immer weiter entfernt.

Foto: © Mario Pastel

Lukas Hoffmann (*1995 in Heidelberg) lebte mehrere Jahre in Barcelona, wo er die Unabhängigkeitskämpfe und ihre Spannungen hautnah erlebte. Heute arbeitet er in Hamburg in der Sozialen Arbeit. Sein Debüt »Wassermann« ist ein Roman über Flucht und Stillstand. In dem Coming-of-Age-Roman geht es um Luk, der Deutschland verlässt, um Abstand zu seiner Vergangenheit zu gewinnen. In Hamburg liegt seine Mutter im Sterben und sein bester Freund Bosse ist in der Psychiatrie. Ein Auslandssemester in Barcelona verspricht Ablenkung. Luk wird mitten hineingeworfen in die katalanischen Unabhängigkeitskämpfe, in Lärm, Staub, Euphorie. Er verliebt sich, rennt mit, rennt weg. Das Versprechen einer Revolution wird zum Spiegel seiner eigenen Zerrissenheit – ein Kampf gegen alles, was Halt verspricht. Hoffmann erzählt von einem Mann, der lernt, dass Care kein Gegensatz zu Kampf ist, sondern seine Fortsetzung – und dass Fürsorge vielleicht die radikalste Form von Widerstand ist. Wir fühlen uns von dem Roman auf jeden Fall rundum versorgt und freuen uns auf die Lesung.

Screenshot

Foto: © privat

Cecilia Janko studiert aktuell Buchwissenschaft und Germanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie ist Teil des Nachwuchsnetzwerks des Börsenvereins und hofft, die Buchbranche bald hauptberuflich mitgestalten zu können.

MUSIKALISCHE BEGLEITUNG

Foto: © Andrea Holzner

Die Musikerin MIITCH bewegt sich zwischen Pop, Neo-Soul und Jazz. Warme Harmonien treffen auf groovige Rhythmen, intime Momente auf selbstbewusste Statements. Ihr künstlerisches Schaffen ist geprägt von ihrer Offenheit für neue musikalische Einflüsse – sie ist stets bereit, ihre kreativen Grenzen zu erweitern. Ihre Performances sind mehr als Konzerte – sie sind partizipative Erlebnisse. Das Publikum wird Background-Chor und Resonanzraum. Dadurch entsteht nicht nur ein einzigartiges Klangerlebnis, sondern auch ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit.

Kamehame Highscore | Samstag, 14.11., 19:30–21:30 Uhr

Foto: © Franziska Hauser

Kirsten Fuchs (*1977 in Chemnitz) sackte mit ihrem Debüt »Die Titanic und Herr Berg« vor zwanzig Jahren jede Menge Lob ein – was für alle folgenden Bücher von ihr ebenso gilt. Bestseller, Preise und so weiter und so fort. Wir freuen uns, dass Kirsten Fuchs die Lesung zur Prime Time übernimmt und aus ihrem neuen Roman »Sneaker« liest. Science Fiction, Klima, Dystopie und Coming-of-Age: Es geht um den Jungen Sneaker, der behütet aufwächst, vor Wetter und Pandemien bietet das Smarthome Schutz, Blocker legen die Gefühle lahm und bei Langeweile lassen sich neue Turnschuhe bestellen. Ein Sturm zwingt Sneaker jedoch dazu, alles hinter sich zu lassen. Ein Roman über die menschliche Natur, der uns mit dieser Zukunftsvision sehr viel über die Gegenwart zu sagen hat. Also Sneaker geschnürt und die Ohren gespitzt für unsere Lesung zur Prime Time.

Foto: © Hannah Gericke

Lucas Fassnacht ist in Dieburg geboren und in Tansania aufgewachsen. Inzwischen wohnt und arbeitet er in Nürnberg. Neben seiner Tätigkeit als Autor unterrichtet er Kreatives Schreiben an der Universität Erlangen und gibt regelmäßig Workshops. 2022 hat er den Kulturpreis der Stadt Nürnberg erhalten, 2024 den Förderpreis des Platen-Literaturpreises Ansbach.

MUSIKALISCHE BEGLEITUNG

Foto: © privat

Yarın Dünya – »Morgen die Welt«. Der Name ist Programm: Es geht um Aufbruch, um neue Perspektiven und ein stets offenes Ohr. In der Tradition des Anadolu-Rock verschmelzen psychedelische Soundscapes, perkussive Rhythmen und traditionelle Melodien auf verzerrten Gitarren. Die wichtigste Regel: Es muss sich gut anfühlen und es muss lebendig sein. Im Zentrum des Sounds: Die Saz, eine anatolische Gitarrenlaute, deren warmer, markanter Klang schon seit Jahrhunderten Liebe, Schmerz und Leidenschaft an die nächsten Generationen weitergibt. Sängerin Funda Alatali singt dazu auf Türkisch, Deutsch und Englisch: Von Reibung und Zusammenhalt, von Zugehörigkeit und Distanz, von Gegensätzen und Gemeinsamkeiten. Lieder, die – im Sinne der Volksmusik – uns allen gehören.

Genesis Schneeschmelze | Samstag, 14.11., 22:00–24:00 Uhr

Foto: © Michaela Koelle

Mario Petuzzi (*1989 in Hall in Tirol) lebt mit seiner Familie in der Nähe von Innsbruck. Er nahm am Klagenfurter Literaturkurs und an der Prosawerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin teil. »Winterschlaf« ist sein Debütroman. Mit der Schneeschmelze werden die Zwillinge vom »Apo«, dem Großvater, in den Keller geschickt, um die Mutter zu wecken. Dort ruht sie über die Wintermonate zwischen Essensvorräten, die sie durch den Schlaf gebracht haben. Mit dem Wecken beginnt das Jahr der Familie aufs Neue: Wieder kommt die Mutter langsam zu Sinnen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die Niederschriften der Träume aus ihrem langen Schlaf füllen Seiten über Seiten. Während der Großvater alles für die Besucher bereitet, die ins Tal kommen, um die Prophezeiungen der Mutter zu hören, lernen die Zwillinge, wie das Familiengeschäft zu führen ist – und werden in diesem Jahr doch immer eigensinniger. Als sich eine Gruppe Fremder für das Geheimnis der Mutter interessiert und ein unangemeldeter Besucher die Geschäfte durchkreuzt, ist klar: Niemand schläft in diesem Jahr unverändert ein. Und wir sitzen bei dieser Lesung eh gebannt und hellwach auf unseren Stühlen.

Foto: © Maximilian Goedecke

Der erste Roman von Sophie Stein (*2000 in Mainz) erschien 2020, seither wurde ihr literarisches und interdisziplinäres Schaffen mehrfach ausgezeichnet. 2024 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. In ihrem neuen Roman »Der neunte Kreis« geht es um eine Zukunft: Therapie, Strafvollzug und Optimierungswahn sind im Zeitalter künstlicher Intelligenz ununterscheidbar geworden. Es ist eine Geschichte über eingepflanzte Erinnerungen, artifizielle Kunst, verschwimmende Grenzen der Urheberschaft und die Täuschbarkeit menschlicher Wahrnehmung. Sophie Stein entwirft in diesem hochaktuellen Roman das beklemmende und zugleich zutiefst komische Bild eines Höllentrips, in dem hundert Jahre simulierten Lebens in wenigen Sekunden durchgespielt werden können. Wir springen bei dieser Lesung von Level zu Level und freuen uns auf einen der spannendsten Romane des Bücherherbsts.

Foto: © Simeon Johnke

Andii Weber studierte Design mit den Schwerpunkten Film und Texten an der TH Nürnberg. 2016 erschien deren Regie- und Drehbuchdebüt »Südstadtgeflüster«. Neben deren Tätigkeit als digital VFX Artist für Film und Fernsehen zählt seit 2017 die Moderation des monatlich erscheinenden Underground-Literaturmagazins »Eisenbart & Meisendraht« auf Radio Z zusammen mit Lukas Münich sowie weiterer Lese- und Schreibveranstaltungen zu deren Aufgaben. Andii hat seit der ersten Ausgabe 2021 die Moderationsanfragen für book:ed immer wieder mit Freuden angenommen.

MUSIKALISCHE BEGLEITUNG

Foto: © privat

Roumex, ein aufstrebendes DJ-Duo in Deutschland und Europa, wurde Anfang 2016 gegründet und verbindet Techno und Deep House. Noch bevor sich ihre Wege kreuzten, sammelten Johannes und Phillipp Erfahrungen in verschiedenen Musikprojekten. Mit einem starken Fokus auf die Einbindung und Inspiration durch die klassische Musik haben die beiden inzwischen mit Künstlern wie Bart Skils, Einmusik, Felix Kröcher, Reinier Zonneveld und anderen zusammengearbeitet. Harte Arbeit und der Anspruch, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, treiben Roumex an, mit ihrem einzigartigen Sound immer neue Felder zu erschließen.

Foto: © Julien Fertl

Philip Krömer (Kurator book:ed)

book:ed gehört inzwischen so fest zum Bücherherbst wie die Buchmesse. Schon wenn ich Anfang des Jahres die ersten Vorschauen in die Hände kriege, suche ich als Programmverantwortlicher nach geeigneten Autorinnen. Wer passt zu book:ed? Mit wem wird es wieder so voll und wild und besonders wie in den Vorjahren? Wer soll das moderieren? Welche Band passt dazu? All die wunderbaren Leute bringen wir heuer zusammen unter dem Motto »Sailor book:ed«, als Hommage an die Zeichentrickserien unserer Kindheit. Man konnte sie natürlich alleine schauen, aber am schönsten war es zusammen. Das wollen wir damit unterstreichen: Bei book:ed ist man unter Freunden.